Die Münchener Schule der Reinkarnationstherapie nimmt innerhalb der deutschsprachigen Reinkarnationstherapie eine besondere Stellung ein. Sie stand für einen Ansatz, der das unmittelbare Erleben innerer Prozesse in den Mittelpunkt stellte und den Menschen als seelisches Wesen verstand, dessen Symptome, Krisen und Konflikte Ausdruck tiefer liegender Zusammenhänge sind.
Geprägt wurde die Münchener Schule von Matthias Wendel, der zuvor über viele Jahre mit Thorwald Dethlefsen zusammenarbeitete. Auf Grundlage dieser Erfahrungen entwickelte er die Reinkarnationstherapie in den 1990er-Jahren weiter und gründete die Münchener Schule als losen Zusammenschluss von Therapeuten mit einer gemeinsamen Haltung. Krankheit, Krise und Symptom wurden nicht als Störungen betrachtet, sondern als sinnvolle Ausdrucksformen der Seele, die verstanden werden wollten.
Ein zentrales Element der Arbeit war die bewusste Zuwendung zum sogenannten Schatten – jenen inneren Anteilen, die im Verborgenen wirken und dennoch das Erleben und Verhalten eines Menschen prägen. Die Reinkarnationstherapie wurde dabei als erfahrungsorientierter Weg nach innen verstanden. Über intensives Atmen konnten innere Bilder und seelische Zusammenhänge sichtbar werden, die sich häufig in Form von Projektionen auf frühere Leben zeigten. Erst über mehrere aufeinanderfolgende Sitzungen hinweg offenbarte sich das zugrunde liegende seelische Muster.
Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Münchener Schule war die therapeutische Mann–Frau-Konstellation. Matthias Wendel legte großen Wert darauf, dass diese Zuordnung eingehalten wurde, da sie den Zugang zu besonders sensiblen und verletzlichen Bereichen der Seele erleichtern konnte. In dieser Konstellation traten archetypische Beziehungs- und Bindungsmuster deutlicher hervor, was den therapeutischen Prozess vertiefte und Widerstände sichtbar machte, die sonst häufig unbewusst blieben. Diese Haltung unterschied die Münchener Schule deutlich von anderen Richtungen innerhalb der Reinkarnationstherapie.
Das eigentliche Herzstück der Münchener Schule bildete jedoch die Arbeit mit der Geistigen Welt und die mediale Anbindung als integraler Bestandteil von Therapie und Ausbildung. Diese Verbindung prägte die Tiefe der therapeutischen Prozesse ebenso wie die innere Entwicklung der Teilnehmer und stellte ein zentrales Qualitätsmerkmal dieser Schule dar.
Mit dem Tod von Matthias Wendel im Jahr 2018 endete die Münchener Schule als institutioneller Zusammenschluss. Zwar berufen sich heute verschiedene Anbieter auf seine Arbeit, doch die Kombination aus erfahrungsorientierter Reinkarnationstherapie, konsequenter Mann–Frau-Konstellation und der Einbindung der Geistigen Welt wird in dieser Form nur noch von Engin Iktir weitergeführt. Er ist der einzige männliche Therapeut im deutschsprachigen Raum, der diese Arbeitsweise in einer Tiefe und Qualität praktiziert, die der damaligen therapeutischen Arbeit von Matthias Wendel entspricht.
Eine ausführliche Darstellung zur Geschichte, Methodik und heutigen Fortführung findet sich im Artikel zur Münchener Schule der Reinkarnationstherapie. Dort wird näher erläutert, welche Haltung diese Schule geprägt hat und wo diese Arbeit heute weitergeführt wird.
Über den Autor
Engin Iktir ist Reinkarnationstherapeut und war über viele Jahre Teil der Münchener Schule der Reinkarnationstherapie. Er arbeitete in enger inhaltlicher Anlehnung an die von Matthias Wendel geprägte therapeutische Haltung und Methode. Nach dem Ende der Münchener Schule im Jahr 2018 führt Engin Iktir diese Arbeit heute im Frankfurter Zentrum weiter. Seine therapeutische Praxis und Ausbildung orientieren sich weiterhin an den Grundlagen der Reinkarnationstherapie nach Thorwald Dethlefsen und Matthias Wendel und entwickeln diese aus langjähriger Erfahrung heraus fort.

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